Burghaus Te Gesselen

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Erstmals erwähnt 1247 als geldrisches Lehen. Im Spanisch-Niederländischen Krieg 1584 zerstört. Wiederaufgebaut bis ins Jahr 1615. Seit 1987 im Besitz der Familie Keuck.

Lage: Zwischen Geldern und Wetten, mittig auf der Ostseite von Los 41. An seiner Westseite zur Niers mit einer Reihe stämmiger Weiden abgegrenzt.

Heutige Nutzung: Als Wohnhaus in privater Nutzung, gelegentlich Veranstaltungsort für kulturelle Ausstellungen, sporadisch auch in Verbindung mit Führungsmöglichkeiten durch das Haus.

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Die heutigen Besitzer, die Familie Keuck, legen Wert auf den schlichten Erhaltungszustand, der dem historischen Wohngefüge wohl am nächsten kommt. Die Einfachheit spiegelt ein Bild dessen wieder, wie es sich vor 300 Jahren am Niederrhein leben ließ. Einfach eben. Der oft inszenierte Pomp, den man mancherorts zu sehen bekommt, wird hier nicht gezeigt, da dies nicht mehr der Nutzung der letzten 3 Jahrhunderte entsprach. Entstanden ist so ein greifbares Abbild der Lebensweise im Mittelalter.

Der Weg dort hin war schwierig und wer sich heute das Haus besieht, kann dies auch nicht mehr erahnen, da das größte Problem nach dem Kauf des dem Verfall preisgegebenen Gemäuers im Untergrund liegt. Als ehemalige Wasserburg, die im sumpfigen Gebiet erbaut wurde, war es bei der Erbauung nötig, ihr ein Fundament zu schaffen. Dieses Fundament wurde aus über 100 alten Eichenpfählen gebildet, auf dem die Burg erbaut wurde. Durch den Venedigeffekt, also den im Wasser eingeschlossenem überdauern des Holzes, trotze dieses Fundament den Jahrhunderten. Erst durch die Verfüllung des ehemaligen doppelten Wassergrabens und schwerwiegender noch der Begradigung der Niers durch den Reichsarbeitsdienst, gelangten die Köpfe der Eichenpfähle an den zerstörerischen Sauerstoff. Mit bösen Folgen. Der schwere und sehr hohe Bau begann in sich zu sacken, infolge dessen sich der größte Teil der Wände krumm und schief stellte.

Nur durch den immensen Einsatz der Familie Keuck in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und anderen Organisationen konnte mittels hydraulischer Technik, die dem Bergbau entstammt, jeder einzelne Pfeiler freigelegt und durch Betonverfüllung wieder zur Tragkraft gebracht werden.

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Ein Einsatz, der sich lohnen sollte. Mit dem Haus Te Gesselen ist ein Gebäude erhalten geblieben, welches das älteste Steingebäude der gesamten Region darstellt. Nur wenige Kirchen weisen ein älteres Datum auf.

Der Garten um das Haus Te Gesselen zeugt von kontrollierter Sich-Selbst-überlassung. Der naturnahe Park spiegelt das Ansinnen der Bewohner wieder: Garten und Nutzen, ja, aber im Einklang mit den naturgegebenen Kräften. Die Kräfte entstammen vornehmlich der Niers, da die ehemalige Wasserburg inmitten des überschwemmungsgebiets der Niers liegt. Abhilfe schafft in naher Zukunft der Rückschritt von der Begradigung. Im kommenden Jahr sollen die geplanten Renaturierungsmaßnahmen nach dem Niersauenkonzept nun endlich beginnen. Das Rittergut wird dann den optischen Mittelpunkt der Maßnahmen bilden.

Wir danken der Familie Keuck für die Ihre auskunftsfreundliche Unterstützung.

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