Neues vom Amphibienzaun 21.03.2010 II
Datum: 21.03.2010
Uhrzeit: 20:12
Temperatur: 8,5°
Wetterlage: bewölkt und trocken
Es war nicht meine Schicht und trotzdem hat es mich dort hin gezogen. Schon komisch so ein Leben als Krötenjunkie. Es war ein recht interessanter Abend, mit einer Menge Fragen die mir geblieben sind. Die vorherige Schicht hatte gute Arbeit geleistet und alle Eimer war pflichtgemäß entleert. Ich widmete mich den umher springenden Tieren, die im Schein der Lampe regelrecht erstarren, weil sie plötzlich geblendet sind. Wie immer hatten die Erdkröten die Oberhand. Einige schöne Bergmolche waren ebenso unterwegs im Gegensatz zu gestern.
Bei diesem kann man sehr schön die Färbung des Rückenkamms erkennen.
ein Bergmolch von oben
Wenn man mit einem Eimer voller Kröten durch die Nacht wandert, wird man von ihren Rufen begleitet. Eigentlich hört es sich an als ob am Himmel ein Schwarm Gänse vorüberfliegt oder als säße man am Strand und im Hintergrund tummeln sich ein paar Möven. Hätte man mir erzählt, dass diese Rufe von Kröten kommen, ich hätte es nicht geglaubt. Es scheinen Angst oder Drohrufe zu sein. Sie beginnen damit, sobald man sie aufliest. Besonders die Päärchen fallen dadurch auf. Einzeltiere eher selten. Ich habe es mir nicht nehmen lassen euch dieses Konzert mal aufzunehmen. Viel Spaß beim Zuhören.
Dann kam ich an einem Eimer vorbei, in den jemand ein graues Granulat gefüllt hatte. So dachte ich zumindest. An Fremdeinwirkung denkend, löste ich den Eimer aus der Erde und schüttete das graue Etwas, dass im gesammelten Regenwasser schwamm auf der Wiese aus. Die graue Masse ergab einen Fleck in der Größe des Durchmessers eines Fussballs. Beim genaueren Hinsehen konnte man die Masse jedoch beben und wallen sehen. Verblüfft nahm ich ein mit der Masse bedecktes Eichenblatt und betrachtete es im Schein der Lampe. Ähnlich dem Prickeln eines frisch eingeschenkten Glases Champagner entsprangen tausende winziger Perlchen dem Blatt. Jedes in etwa in der Größe einer Kopflaus. Das Eichenblatt, welches vorher grau war, war innerhalb weniger Sekunden entvölkert und wieder braun. Ich hatte also Millionen von winziger Lebewesen vor mir, deren Deutung in den Sternen steht.
War dies Laich? Von wem?
unbekannte Kleinstlebewesen
Sehr gefreut hat mich auch wieder ein erneutes Rendezvous mit dem Grünfrosch. Soll wohl verschiedene Unterarten geben. Nächste Aufgabe ist somit vorprogrammiert. Vielleicht hilft Albert mal mit seinem Fachwissen weiter.
keine 30 mm
Ansonsten gab es noch diesen schönen Grasfrosch von stattlicher Figur zu sehen
schau mir in die Augen Kleines
und recht viele dieser kleinen Kröten, von denen ich ich nun frage, ob sie eine eigene Art darstellen oder ob dies schlicht einjährige Erdkröten sind. Sie kommen mir aber einfach zu häufig in ihrer typischen Erscheinung und Größe vor. Möglicherweise doch eine eigene Art?
unbestimmbare Kröte
Auf dem Heimweg gab es wie immer ein paar Stopps, um einige Tiere vom Asphalt in den nächsten Graben zu befördern. Beim zweiten Stopp im Wald und in völliger Dunkelheit außer den Scheinwerfern, hörte ich plötzlich Frauengesang.
Aus der Dunkelheit löste sich eine Gruppe von zirka 10 jungen Frauen, alle in knielangen Röcken, singend in der totalen Dunkelheit. Sie passierten mich ohne Notiz von mir zu nehmen und verschwanden wieder im Schwarz der Nacht. Das hat zwar nichts mit Lurchen zu tun, zeigt aber was einem so alles nachts im Wald begegnen kann. Verstanden habe ich es zwar nicht, muss ja aber auch nicht alles verstehen. Vielleicht habe ich aber auch schon Hallus.
weiter zu: Neues vom Amphibienzaun 25.03.2010
zurück nach: Neues vom Amphibienzaun 21.03.2010 I
Neues vom Amphibienzaun
Neues vom Amphibienzaun 15.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 16.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 19.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 20.03.2010 I Neues vom Amphibienzaun 20.03.2010 II Neues vom Amphibienzaun 21.03.2010 I Neues vom Amphibienzaun 21.03.2010 II Neues vom Amphibienzaun 25.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 26.03.2010Bisherige Berichte
Die vergessenen Aale Bericht zum ersten Castingturnier des ASV-Geldern Das Niersfischer-Amphibienteam Venedig des Niederrheins Castingturnier der Jugend in Viersen Der lebende Köderfisch ist tot! Aal-Statement von MaMa an die Niersfischer Gewässeranalyse Januar 2009
