Aal-Statement von MaMa an die Niersfischer
Hallo liebe Niersfischer.
der europäische Aal (Anguilla anguilla) ist u.a. vom VDFS zum Fisch des Jahres 2009 gewählt worden. In seiner Bedrängnis hat er diesen Platz zu Recht eingenommen. In Deutschland ist der Aal seit 1998 auf der Liste der bedrohten Arten zu finden. Heute ist sein Bestand stärker den je zurück gegangen. In machen Gewässern um bis zu 99%. Die eigentlichen Gründe für den starken Schwund sind vielfältig und bis heute nicht belegt. Zu wenig wissen wir tatsächlich über sein Laichverhalten. In den Diskusionen werden vielfach folgende Gründe und Philosophien herangezogen:
- Die Glasaalfischerei vor der Atlantikküste, deren Vermarkung hier und Export nach Asien
- Die hohe Mortalitätsrate beim passieren von Wasserkraftwerken
- Fehlende Kraftreserven durch Krankheit bei der Wanderung zum Laichgebiet
- Fehlende Orientierung durch Krankheit bei der Wanderung zum Laichgebiet
- Hoher Befischungsdruck durch Angler & Berufsfischer
- Ausbleiben der Jungaale in unseren Flüssen durch die Driftung des Golfstroms
- Zeugungsunfähigkeit durch Giftstoffe
- Zu- und Abwanderhindernisse wegen Verbauung der Flusse durch Wehre
- Fehlende Habitate für Aale
Welchen Grund oder welche Kombination nun letztendlich hierfür verantwortlich ist, vermögen wir nicht zu beantworten.
Jedoch hat die Niederlande für die dortigen Angler seit diesem Jahr eine Zurücksetz-Verpflichtung erlassen. Auch hier in Deutschland beginnt ein Umdenken. So hat das Land Hessen in seiner jüngsten Änderung des Landesfischereiverordnung dem Aal eine Schonzeit vom 01.10 – 01.03. zuerkannt. Leider beginnt diese einen Monat zu spät, da der Aal bereits Ende August seinen Weg in die Sargassosee antritt. Das Mindestmaß wurde auf 50 cm erhöht. Wir vermuten, dass auch die deutschen (Landes-)Verbände in sehr naher Zukunft neue Empfehlungen vorgeben werden.
Wir als Angler an der Niers erleben den Aal in unbeeindruckt hoher Anzahl. Dies ist höchst erfreulich, jedoch wird dies nicht immer so bleiben.
Deshalb appellieren wir an alle den Umgang mit unserem glitschigen Freund zu überdenken.
Unsere Empfehlung lautet wie folgt:
- Setzt euer eigenes Schonmaß herauf. Für Empfehlenswert erachten wir 50 cm.
- Setzt euer eigenes Höchstmaß herab. Für Empfehlenswert erachten wir 70 cm.
- Setzt euch ein eigenes Fanglimit. Zu empfehlen wäre: Je Tag max. einen Aal. Je Session max. 5-10 Tiere.
- Behandelt den Aal umsichtlich und enthakt ihn wenn möglich ohne Hakenlöser durch das Abschneiden der Schnur, knapp vor dem Maul.
- Verwendet geeignete Hakengrößen, damit euch die kleinen erst gar nicht an den Haken gehen.
- Wartet mit dem Anschlag nicht bis er den Haken zu tief geschluckt hat. Wer nachts die Angel draußen lässt, obwohl er schläft, nimmt dies in Kauf.
- Verneint in euren Vereinen den Besatz in geschlossenen Gewässern.
- Verwendet keine Aale mehr als Köder.
- Macht eure Angelkollegen auf die Problematik aufmerksam.
Eure Kinder und Enkel werden sich freuen, wenn auch sie den Aal nicht nur aus Büchern kennen.
Entworfen und Vertreten durch
und ihre Expertenrunde.
Für alle, die noch Fragen zur Situation des Aals haben, haben wir einen Tread im Forum eingerichtet.
Bisherige Berichte
Die vergessenen Aale Bericht zum ersten Castingturnier des ASV-Geldern Das Niersfischer-Amphibienteam Venedig des Niederrheins Castingturnier der Jugend in Viersen Der lebende Köderfisch ist tot! Aal-Statement von MaMa an die Niersfischer Gewässeranalyse Januar 2009Neues vom Amphibienzaun
Neues vom Amphibienzaun 15.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 16.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 19.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 20.03.2010 I Neues vom Amphibienzaun 20.03.2010 II Neues vom Amphibienzaun 21.03.2010 I Neues vom Amphibienzaun 21.03.2010 II Neues vom Amphibienzaun 25.03.2010 Neues vom Amphibienzaun 26.03.2010
